Empowerman

Empowerman bedeutet Selbst­ermächtigung: Die Befreiung des Mannes aus der Gewohnheit, sich als Opfer zu sehen: Als Opfer der Gesellschaft, einer schlimmen Kindheit, einer kollektiven Schuld oder des eigenen Charakters. Aus dieser Befreiung entsteht die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, für sich und andere.

Seid wie reine Seide und scharfer Stahl.

Shunryû Suzuki

Denn alles, was ein Mann seiner Welt an wirklicher Kraft, Liebe und Verantwortung zu geben hat, kommt aus seinem Eigenen und aus der Freiheit, dieses Eigene zu leben.

Mann selbst sein: „Dieses Leben, von der Geburt bis zum Tod, das bin ich selbst.“

Erwachen

Der Rückweg eines Mannes zu sich selbst beginnt in einer Krise oft mit dem Erwachen eines „Heiligen Zorns“ darüber, das Eigene verloren zu haben. Dieser Zorn, dieses „Feuer im Bauch“ kann die Leidenschaft entflammen, das Verlorene für sich selbst und andere Männer zurückzuerobern und neue Wege für ein angemessenes Mannsein zu bahnen, im eigenen wie im kollektiven Bewusstsein.

Erwachen, das meint auch die Befreiung aus der kulturellen Trance des Zeitgeistes, aus dem Unbewussten, aus dem Kollektiv, aus ideologischer Hysterie.

Das tiefe Bild dieses Erwachens ist der Krieger, der Held, der den Drachen besiegt.

Es ist Bewusstseinsarbeit:
Eine Heldenreise, die nicht nur unserer eigenen Entwicklung dient, sondern Wege bahnt im kollektiven Welt-Bewusstsein und die – wie in „Herr der Ringe“ – entscheidend ist für das Ganze.
Es ist ein Weg des Kriegers.

empowerman

Denn dein ist die Kraft

Die Heimat eines Mannes muss die Ewigkeit sein, von Augenblick zu Augenblick. Ohne sie ist er verloren.

David Deida

Was Religionen uns von einem Gott erzählen, ist bei Licht betrachtet reine Blasphemie und man kann es keinem aufgeklärten Mann verübeln, wenn er von diesen Geschichten nichts mehr wissen will. Wo aber im Leben eines Menschen das Größere einmal real spürbar wird, übersteigt es jedes Erkennen und Erfassen und ist wirkliche Wirklichkeit.

Der Weg zu sich selbst ist für viele dann auch eine Rückkehr in die Heimat des „Ewigen“, des „Größeren“, des „Über-Raum­zeit­lichen“ oder wie immer es bezeichnet wird.

„Mann selbst sein“ bedeutet dann auch: Aus diesem Hintergrund heraus zu leben und schließlich: Es selbst zu sein.

Die Wege solcher Vereinigung sind so alt wie die Menschheit. Ich denke an das ägyptische „Soham“ („Ich bin er selbst“), an die „imitatio christi“, an den alchemistischen Stein der Weisen, an Dürckheims „Transparenz für Transzendenz“.

Auch in einer Übersetzung des ursprünglichen aramäischen Vaterunsers wird deutlich, dass dieses Gebet eine Bitte ist um die hingebungsvolle Einbettung der persönlichen in die göttliche Kraft. Ein mächtiges uraltes Wissen um den „Weg zum Selbst“ kommt hier zum Ausdruck: „Denn dein ist die Kraft“.

Es gibt keinen Gott.
Es ist Gott.

Andreas Eggebrecht